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Engagiert im Führen und Fördern


Ist ihr unprätentiöses, sachorientiertes Herangehen an die neue Rolle vielleicht typisch Frau? Führen Frauen ihrer Meinung nach anders? “Ich glaube schon, tue mich aber schwer mit dem Holzschnittartigen”, sagt Teckentrup. “Alle, die Verantwortung übernehmen, müssen irgendwann Entscheidungen treffen, die für möglichst viele Menschen und das Unternehmen richtig sind.” Wichtig sei dabei, die Vielfalt der Bedürfnisse im Auge zu behalten.

“Ich greife gerne Themen auf, von denen ich glaube, dass sie für Stakeholder – ob Beschäftigte, Kunden oder andere Partner – eine wichtige Rolle spielen”, sagt sie, “Da nutze ich meinen Gestaltungsspielraum sehr stark aus.” Bezogen auf ihren langjährigen Großkunden Metro hat sie das einmal so beschrieben: “Die Bedürfnisse des Kunden immer wieder aufs Neue zu erfragen und mit unseren Produkten und Leistungen so zusammenzubringen, dass beide Seiten davon profitieren, ist die spannendste Tätigkeit, die ich mir vorstellen kann.”

Ihr Handlungsfeld ist riesig: “Auf der einen Seite habe ich mehr operative Verantwortung – auch in vertrauten Aufgabengebieten wie der Kategorieentwicklung mit den Marken und Innovationen, die wir haben.” Zweitens sei das Geschäft ordentlich gewachsen in den letzten Jahren. “Um auch in Zukunft ein zuverlässiger Partner zu sein, müssen wir unsere Infrastruktur anpassen. An den Lagerstandorten Crailsheim und Euskirchen haben wir stark investiert in 45 000 zusätzliche Palettenstellplätze.” Ein weiterer Treiber seien die Erwartungen der Konsumenten an Markenhersteller: “Sie wollen, dass die Marken Verantwortung übernehmen für – ich sag es mal ganz groß – die Zukunft unseres Planeten.”

Deshalb spiele Transformation im Sinne der Nachhaltigkeit eine Riesenrolle. “Mit GS1 haben wir beispielsweise daran gearbeitet, Kartons mehrwegfähig zu machen.” Ein weiterer Fokus seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: “Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem sich alle gut aufgehoben fühlen und produktiv arbeiten können?” Die Unterstützung junger Talente gehört für sie unbedingt dazu. “Wir stellen Leute nach der Uni oder Ausbildung ein und fördern sie für eine lebenslange Karriere.” Wie gut das gelingt, daran werde bei Procter & Gamble auch die Führungskraft gemessen.

Frauenförderung schreibt sie sich ganz bewusst nicht auf die Fahnen, sondern Gleichstellung. Denn die Zeiten, in denen weibliche Nachwuchskräfte besonders unterstützt werden mussten, seien vorbei. “Es gibt Frauen, die brauchen überhaupt keine Ermutigung und überfahren alle. Und es gibt Männer, die Ermutigung brauchen. Was immer wichtig ist: Gut hingucken und schauen, ob man noch ein bisschen unterstützen kann – oder auch bremsen.”

Zum Ziel der Geschlechterparität hat Astrid Teckentrup intern gern beigetragen. “Kamingespräche mit engagierten jungen Frauen und Männern, die die aktuellen Fragestellungen zu Gleichstellung immer wieder herausarbeiten, haben uns in die Lage versetzt, uns zeitgemäß aufzustellen.”

Gern trägt sie diese Themen auch über Unternehmensgrenzen hinweg in die Branche: Teckentrup erzählt, dass die P&G Female Community maßgeblich die Gründung des Diversity-Netzwerkes LEAD Frankfurt verantwortet und unter diesem Dach eine Veranstaltungsreihe begonnen hat, bei der Männer und Frauen zum moderierten und zwanglosen Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg eingeladen wurden. Mestemacher-Chefin Ulrike Detmers gehörte auch schon zu den Teilnehmern.

Initiatorin: Prof. Dr. Ulrike Detmers

Mestemacher-Preis Managerin des Jahres

Zum 21sten Mal wird die Auszeichnung “Managerin des Jahres” am Freitag in Berlin verliehen. Initiatorin des Gleichstellungspreises ist Ulrike Detmers (u.), Gesellschafterin, Vorsitzende und Sprecherin des Stifterunternehmens Mestemacher, Wirtschaftsprofessorin und Frauenrechtlerin. Ausgezeichnet werden Top-Managerinnen, die als leitende Angestellte die Geschäfte eines Unternehmens verantworten und darüber hinaus Frauen beim beruflichen Aufstieg fördern. Mit dem Preis stellt das Stifterunternehmen heraus, wie gut Frauen befähigt sind, in der Unternehmensspitze zu arbeiten. Erreicht werden soll damit insbesondere die Steigerung des Anteils an Frauen, die GmbH-Geschäftsführerin oder Vorstandsmitglied einer AG sind.

Eine weitere Aktion: “Im Herbst 2020 haben wir das erste Mal einen virtuellen Summit mit unseren Geschäftspartnern veranstaltet, der in eigener Regie das Thema gleichberechtigte Teilhabe besprochen hat.” Mehr noch: Mit dem für Teckentrup typischen Durchhaltevermögen ist es ihr auch gelungen, das Präsidium und den Vorstand des Markenverbands dazu zu bewegen, das Thema “Gleichberechtigung” aufzunehmen und Ende des letzten Jahres ein Haltungspapier dazu zu veröffentlichen. “Ich sehe das nur als ersten Schritt auf der Reise unserer Industrie”, sagt Astrid Teckentrup nicht ohne Stolz. Dass sie von Mestemacher nicht nur als prominentes Role Model der Konsumgüterindustrie, sondern auch für ihr Gleichstellungs-Engagement zur Managerin des Jahres gekürt worden ist, freut sie außerordentlich: “Frau Professor Detmers setzt sich seit zwei Jahrzehnten für Frauen an der Spitze ein. Und sie tut es ausgewogen, indem sie die Managerin des Jahres und den Vater des Jahres auslobt. Wir arbeiten seit mehreren Jahren zusammen. Sie ist für mich eine Ratgeberin, die ich sehr schätze, insbesondere zum Thema Vielfalt. Sie macht einen Riesenunterschied für die Branche.”



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